Hinweise und Tipps für Eltern von schwerhörigen
oder tauben Kindern

  

 

Liebe Eltern, die folgenden Hinweise geben Anregungen für den Umgang mit Ihrem hörbeeinträchtigen Kind.

Lesen Sie die Empfehlungen in regelmäßigen Abständen und Sie werden feststellen, dass Ihnen schon bald viele dieser Anregungen zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

Ihre Sprache sollte so natürlich wie möglich sein.
Sie sollte melodisch und rhythmisch klingen. Auch Singen, Summen und Flüstern gehört dazu. Bitte vermeiden sie Reduzierungen.

Geben Sie ihrem Kind genügend liebevolle Zuwendung und direkten Körperkontakt.
Es benötigt die Gewissheit Ihrer Liebe und Zuneigung.

Bitte „verstummen“ Sie nicht, weil Sie meinen, Ihr Kind höre Sie ja doch nicht!
Im Gegenteil, sprechen Sie mit Ihrem hörgeschädigten Kind, wie mit einem Hörenden!

Beachten und verstärken Sie bitte alle sprachliche Äußerungen Ihres Kindes, damit es die Wirkung seiner Sprache als Kommunikationsmittel erfährt.

Bitte berichten Sie Ihrem Kind von Ihren momentanen Erlebnissen, Tätigkeiten und auch Gefühlen.
Veranschaulichen Sie dabei Vorgänge, die dem Hörbeeinträchtigten durch den Hörverlust verschlossen bleiben.
Beispiele: Hintergründe, Erklärungen,...

Verlieren Sie nicht den Mut, sondern üben Sie Geduld, falls Ihr Kind die von Ihnen gewünschten Fortschritte noch nicht macht.

Bitte bereiten Sie Ihr Kind immer auf besondere Veränderungen im Tagesablauf vor; so kann es sich innerlich darauf einstellen.
Beispiel: Besuche, Einkäufe, Ferienpläne,...

Probieren Sie öfters Ihr Kind auch ohne Blickkontakt anzusprechen:
zuerst mit der Stimme und dann erst mit dem Körper Kontakt aufzunehmen.

Machen Sie Ihr Kind auf alle Geräusche aufmerksam, die Sie hören:
probieren Sie diese zu versprachlichen.

Halten Sie die Erlebnisse mit Ihrem Kind in einem Tagebuch fest, damit Sie die eigenen Erfahrungen des Kindes zur Sprache bringen können.
Ergänzungen mit Zeichnungen, Fotos, Postkarten,...

Fördern Sie die Kreativität und Eigenaktivität Ihres Kindes; so kann es sich selber besser erfahren und unbekannte Zusammenhänge erfassen.

Denken Sie daran: Ihr Kind kann vieles gleichwertig leisten wie ein hörendes, manches sogar besser, wenn Sie es Ihrem Kind wirklich zutrauen!

Kontrollieren Sie jeden Abend die Funktionstüchtigkeit der Hörgeräte bzw. der Cochlear Implantate.

Probieren Sie jeden Tage eine der „Musen“ für sich einzubauen. Sie können wieder auftanken und innere Kräfte für sich und Ihren Alltag sammeln.

Pflegen Sie und Ihr Kind Kontakt mit anderen Hörgeschädigten und ihren Eltern. Die Betroffenen verhelfen Ihnen sicher zu einem besseren Verständnis für diese Beeinträchtigung und eröffnen Ihnen einen neuen Weg der Akzeptanz.

Weder Sie als Eltern noch Ihr Kind müssen perfekt sein; vergleichen Sie so wenig wie möglich mit dem Können Gleichaltriger.
Jede Familie und jedes Kind hat seine eigene Struktur und Lebensart.

Sie haben als Eltern nicht nur die schwierige und anspruchsvolle Aufgabe der Betreuung Ihres Kindes übernommen, sondern auch ein dankbares Ziel vor sich:
Sie dürfen Ihr Kind auf dem Weg zu einem selbstbewussten erwachsenen Menschen begleiten!

Kontaktieren Sie bei Fragen oder Problemen das Sonderpädagogische Zentrum.

 

 

 

 

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