Die Hörgeräte - "Hallos"

 

 

Wird eine hochgradige Hörverminderung festgestellt und das Tragen eines Hörgerätes unumgänglich, passt ein Hörgeräte-Akustiker eine individuell abgestimmte Hörhilfe an. Die moderne Hörgerätetechnik gliedert sich in drei Hauptgruppen:

HdO; IOCI und Hörbrille.

Sind beide Ohren betroffen, sollten Hörgeräte immer beidseitig angepasst werden.

Um einem Gespräch folgen zu können, bedarf es mit zunehmendem Grad der Hörschädigung der Nutzung von Hörgeräten und weiterer technischer Hilfen. Darüber hinaus sind die Geräuschkulisse, das Mundabsehen, entsprechende Lichtverhältnisse und die richtige Position zum Gesprächspartner von Bedeutung.
Seitens des Gesprächspartners kommt es vor allem auf eine deutliche Aussprache an. Einen weiteren wichtigen Faktor stellt die Möglichkeit des Kombinierens aus der Situation heraus dar. Wird in einer Teerunde - womöglich mit einer Teekanne in der Hand - gefragt, ob man noch Tee möchte, so ist dies leichter zu „verstehen“ als die mit einem Themenwechsel verbundene Frage, ob man seinen nächsten Urlaub in Italien schon geplant habe.

Die genannten Faktoren beeinflussen das Verstehen von Sprache und bewirken unterschiedliche Hörsituationen. Es gibt daher für ein und dieselbe schwerhörige Person Hörsituationen, in denen eine Verständigung gut möglich ist und Hörsituationen, in denen das Verstehen von Sprache mit großen Anspannungen verbunden bzw. nicht mehr möglich ist. So kann sich eine Person mit einer mittelgradigen Schwerhörigkeit in einer ruhigen Umgebung in der Regel problemlos verständigen, während bei derselben Person die Kommunikation in geräuschvoller Umgebung (sei es bei Musik, Lärm oder dass mehrere Personen gleichzeitig sprechen) zusammenbricht. Ein hochgradig Schwerhöriger kann u. U. einem Gespräch unter Zuhilfenahme des Mundablesens bei entsprechenden Lichtverhältnissen und bei einem ihm zugewandten Gesicht folgen. Wendet sich der Gesprächspartner jedoch mit seinem Gesicht ab oder ist es zu dunkel, ist auch hier das Verstehen häufig nicht mehr möglich.

Hörgeräte können die „Fehlhörigkeit“, d.h. den Ausfall bestimmter Frequenzen weder aus-gleichen noch annähernd ersetzen, sondern lediglich die noch auditiv wahrnehmbaren Töne verstärken. Das Hörgerät ist somit ein Gerät zum „lauteren Hören“, aber in der Regel nicht zum „besser Verstehen“. Zusätzlich hat es einen sehr unangenehmen Nebeneffekt: Störende Nebenge-räusche werden ebenfalls voll verstärkt. Das bedeutet, dass der Hörgeräteträger bzw. die Hörgeräteträgerin in einer geräuschvollen Umgebung die Nebengeräusche sehr laut und die Sprache kaum oder gar nicht hört.

Hörgeräte bedeuten für Ihr Kind das Gleiche wie die Brille für jemanden mit einer Sehschwäche. Allerdings mit einem sehr wesentlichen Unter-schied:
Eine Brille vermag in der Regel eine Sehschwäche weitestgehend auszugleichen. Ein Hörgerät kann dies nicht.

Ein Hörgerät ist ein Verstärker. Es kann die Töne und Geräusche lauter machen. So kann das Kind Dinge hören, die es ohne Hörgerät nicht hören könnte. Das Hörgerät kann jedoch die Ent-stellungen nicht beseitigen. Musik und Sprache klingen weiterhin anders. Sie sind nun laut genug, aber immer noch verzerrt und darum nur schwer zu verstehen. Das Kind wird lernen, mit den veränderten Tönen und Geräuschen umzu-gehen. Dies geht allerdings nicht von heute auf morgen. Wie alles Lernen braucht auch das Hörenlernen seine Zeit. Lassen Sie sich darum von anfänglichen Misserfolgen nicht entmutigen.

Erwachsene haben auch die Meinung, dass sich beim Tragen von Hörgeräten die Problematik gelöst hat. Da ich selbst Brillenträger bin, bringe ich jenen Vergleich, welchen Ding auch im Buch verwendet:

Nehme ich meine Brillen herunter, sehe ich einen Text oder ein Bild ab einer gewissen Entfernung nur unscharf. Setze ich meine Brillen auf, so sehe ich scharf. Wenn ich aber meine Hörgeräte (Im-Ohr-Geräte) einsetze, so höre ich nicht so, wie es ein Hörender tut. Da ein Hörgerät ein Verstärker ist, kann es die Töne und Geräusche lauter machen. So höre ich jetzt z.B. den Blinker meines Autos, was ich ohne Hörgeräte nicht hören kann. Meine eigene Sprache und die Sprache meiner Mitmenschen höre ich anders. Ich muss erst lernen, mit den veränderten Tönen und Geräuschen umzugehen. Natürlich geht dies nicht so schnell, wie ich es gerne hätte. Wie alles Lernen auf dieser Welt, braucht auch das neue Hörenlernen seine Zeit.

Das Hörgerät ist somit ein Gerät zum „lauteren Hören“, aber in der Regel nicht zum „besseren Verstehen“. Zusätzlich hat es einen sehr unangenehmen Nebeneffekt: Störende Nebengeräusche werden ebenfalls verstärkt. Das bedeutet, dass der Schwerhörige in einer geräuschvollen Umgebung die Nebengeräusche sehr laut und die Sprache (das Wesentliche) kaum oder gar nicht hört.


Stromversorgung:

Bild: Verschiedene Hörgeräte mit dazupassenden Batterien

 

Hinter-dem-Ohr (HdO) - Geräte                    

Im-Ohr  (IO) - Geräte              

Cochlear Implantat (CI)           

und  sonstiges (wie z.B.:  Hörbrille)