Das Cochlear Implantat (CI) ist ein "Hörgerät für gehörlose Patienten". Während das Hörgerät für Schwerhörige den Schall verstärkt, um so auch die Sprache verständlich zu machen, wandelt das CI den Schall in elektrische Impulse um; sie werden dem Hörnerv in einem Muster oder Code zugeleitet, der dem gesprochenen Wort entspreicht.

Beim CI wird der innere Teil vom Operateur unter die Haut hinter dem Ohr eingepflanzt, die Elektroden gelangen durch den Warzenfortsatz und das Mittelohr hindurch in das "taube" Innenohr; die anderen Teile (äußere Teile) - Sprachprozessor, Mikrofon und Sende-spule - werden am Körper oder am Ohr getragen.

Die Geschichte Cochlear Implantat

Dem Traum, auch gehörlosen Menschen - also solchen, die vom Hörgerät keinen Nutzen haben - das Hören zu ermöglichen, wurde erstmals in den 50er Jahren in Frankreich und in den 60er Jahren in Deutschland nachgegangen. In den 70er Jahren entstanden in San Francisco und in Los Angeles die ersten, über längere Zeit vom Patienten zu nutzenden Geräte.
Weiter 10 Jahre vergingen, bis Systeme verfügbar waren, die mit mehreren Elektroden am Hörnerv ansetzen, vom Anwender leicht zu tragen und zu handhaben sind, und die das Verstehen von Sprache auch ohne Ablesen von den Lippen des Sprechers ermöglichen.

Die erste Implantation wurde 1978 durchgeführt. Seitdem wurden eine Vielzahl von neuen Entwicklungen nutzbar gemacht.

Wie arbeitet ein Cochlear Implantat?

Von einem kleinen, am Ohr getragenen Mikrofon fließt der Strom über ein dünnes Kabel zum Kästchen in der Hemd- oder Blusentasche dem Sprachprozessor (dieser wird bereits direkt auf das HdO-Gerät gesteckt). Er verarbeitet die Sprache, bestimmt ihre Bestandteile und sendet den so entstandenen elektrischen Code über das gleiche Kabel zurück zur Sendespule. Sie wird durch einen Magneten hinter dem Ohr gehalten und gibt den Code durch die intakte Haut an den unter der Haut gelegenen Empfänger weiter; da er den Gegenmagneten enthält, liegen beide Spulen genau übereinander. Im eigentlichen Implantat, dem "Empfänger und Reizgeber", wird der vom Sprachprozessor erstellte Code in ganz zarte elektrische Stromsignale umgewandelt und den 22 (bis 24) am Hörnerv gelegenen Elektroden zugeleitet. Dies geschieht über ein Bündel von hauchdünnen Platindrähten. Die Fasern des Hörnervs nehme den jeweils für sie wichtigen Informationsanteil der Sprache auf und leiten ihn zum Hin weiter. Dort wird die Sprache dann verstanden.

Für wen eignet sich das Cochlear Implantat?

Für Gehörlose oder hochgradig Schwerhörige, die vom Hörgerät keinen Nutzen mehr haben. Generell kommen nur beidseitig gehörlose Personen für das CI in Betracht. Eine besondere Gruppe stellen die Personen dar, die auf einer Seite gehörlos, auf der anderen Seite sehr schwerhörig sind; CI-Versorgung im Einzelfall zu diskutieren.
Die Ursache, die zur Gehörlosigkeit führte, schädigt in den meisten Fällen die Haarzellen im Innenohr, selten den Hörnerv. Zum CI geeignet sind die, bei denen der Hörnerv nicht oder kaum beteiligt ist (heutzutage wird bereits ins Gehörzentrum (Gehirn) implantiert?). 
Zur Abklärung ist eine spezielle klinische Untersuchung notwendig. Für Erwachsenen und Kleinkinder ist eine gesonderte Betrachtung erforderlich. Unter den Erwachsenen sollten nur diejenigen ein CI erhalten, die als Kind sprechen gelernt haben, die nicht vor dem Spracherwerb gehörlos waren. Unter den Kleinkindern kommen sowohl diejenigen für das CI in Frage, die gehörlos geboren wurden, als auch die, die an einer Hirnhautentzündung (Meningitis) beidseitig ertaubten.

Für beide ist es wichtig, möglichst bald nach der Ertaubung ein CI zu erhalten. Sie müssen zusätzlich eine auf das Hören, Verstehen und Sprechen ausgerichtete Erziehung erhalten. Da daran maßgeblich die Eltern beteiligt sind, lassen sich gute Erfolge vom CI nur erwarten, wenn die Familie zur Mitarbeit motiviert und geeignet ist.