Baustein:  Lautsprache

 

"Sage mir wie du sprichst und ich sage dir wie du hörst!" Verfasser unbekannt

 

Sehr oft hört sich die Lautsprache hochgradig Hörbeeinträchtigter nasal und monoton an. 

Dieser Baustein soll die Besonderheiten der Prosodie beinhalten. Der Begriff "Prosodie" bezeichnet einen Teilbereich der Phonologie (Lautlehre), die sich mit den lautlichen Strukturen von Sprachen beschäftigt. 

Die prosodischen Eigenschaften einer Sprache umfassen die Bereiche Betonung, Rhythmus und Intonation (Sprechmelodie). 

 



Ein Mitschüler in einer NMS fragte: "Warum spricht die hörbeeinträchtigte Mitschülerin das "Sch/sch" nicht?"

Die abgebildeten "Sprachbanane"  veranschaulicht die Frage. Meistens fehlen bei Hörgeräteträgern (HdO, IO, Hörbrille, CI) die hohen Frequenzen wie z.B.: die Laute "s, sch, p, f, ch, z, und deren Verbindungen wie z.B.: pf, tz,)

Dach, Fach, lach, ach, acht, Nacht oder Graf, Gras, Graz klingen ähnlich.

Es handelt sich bei einem Hörbeeinträchtigten in den meisten Fällen um eine Schallempfindungs-schwerhörigkeit = irreversible Innenohrschwerhörigkeit. Das hat zur Folge, dass Laute verzerrt, zerstückelt oder gar nicht gehört werden. Der Begriff „Schwerhörigkeit“ müsste durch den Begriff: „Fehlhörigkeit“ (der tiefen oder hohen Frequenzen) ersetzt werden, da viele irrtümlich glauben, dass der Betroffene nur leiser hört. Er hört nicht leiser, sondern anders. Das Verstehen der Sprache ist nicht mehr möglich! Der/Die hörbeeinträchtigte Schüler/in hört, versteht aber vom Gehörten sehr wenig.


Wörter wie z.B. Raum, Baum, Saum, Zaun oder Schaum klingen für einen hörbeeinträchtigten Schüler mit nur einer geringen Wortunterscheidung mehr oder weniger gleich. Auch Selbstlaute können falsch verstanden werden, ein i wird als o, ein e als a gehört.

 

Der folgende Satz soll zeigen, wie ein hörbeeinträchtigter Schüler hört:

„Eid Pidister hartsig tsu eider fikdigen Konvelenz in eider Roosschnatt auf“.